Sonntag, 5. April 2015

Vom achtsamen Umgang mit Worten. Inspiration durch Thich Nhat Hanh

"Mögen meine Worte wie Blumen sein." hat Thich Nhat Hanh einmal gesagt und ich erinnere mich gerne an diesen Satz.

Wenn wir uns der Wirkung unserer Gedanken und Worte bewusst sind und entsprechend mit ihnen umgehen, dann können sehr viele berührende und schöne Begegnungen stattfinden!

Und umgekehrt können wir natürlich auch viel Unheil vermeiden, wenn wir in Momenten der Wut, des Neids, der Eifersucht oder des Ärgers achtsam sind - und lieber schweigen, statt einen anderen Menschen zu verletzen..

Folgende Geschichte bringt es auch gut zum Ausdruck:

Heilvoll oder nicht?!

Klaus kam aufgeregt zu seinem Guru: „Guruji, Guruji! Ich muss dir unbedingt etwas berichten. Dein Schüler Michael …“

„Stopp!"unterbrach ihn der Guru, wohlwissen, dass Klaus seinen Schüler Michael ablehnte. „Hast du deine Neuigkeit durch die drei Siebe laufen lassen?“

Klaus stutzte: „Drei Siebe?“

„Ja! Lass uns gemeinsam schauen, ob deine Neuigkeit durch die drei Siebe hindurchgeht. Sieb Nr. 1 ist die Wahrheit. Hast du alles dahingehend überprüft, ob es auch wirklich wahr ist?“

Klaus wurde verlegen: „Nein.“ „Ich habe es auch von Karl gehört. Der wiederum hat es per whatsapp von Claudia..."

„So, so.“ antwortete der Guru, wohlwissend, dass Karl gerne polarisierte. „Du hast die Geschichte aber bestimmt mit dem zweiten Sieb geprüft, dem Sieb der Güte, oder?!"

Klaus wurde die Situation immer unangenehmer und schaute verlegen zum Boden und murmelte: “Nein, das habe ich nicht."

"Ach so! Dann lass uns schauen, ob deine Geschichte durch das dritte Sieb geht. Ist es heilsam, mir Deine Geschichte zu erzählen?“

„Naja“, sagte der Klaus mittlerweile im reumütigen Ton. „Notwendig ist es nur auch nicht wirklich.“

„Also,“ sagte der Guru, „wenn es weder wahr ist, noch heil voll und auch nicht notwendig, dann verschone mich bitte mit deiner Geschichte und vergiss sie.“








1 Kommentar:

  1. Wahre Worte. Manchmal ist es besser, nicht immer alles zu erzählen, was man irgendwo gehört hat oder sogar nicht immer gleich zu sagen, was einem in den Kopf kommt.
    Ich habe mir angewöhnt nicht immer sofort meinem Impuls zu folgen und alles loszuplappern, sondern mich erstmal zurück zu nehmen und zu prüfen, was ich da sagen will - und warum.

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