Sonntag, 9. Dezember 2018

Das Meditationskissen, mein Freund, mein Feind, meine Insel


Es ist morgens um 5.45 Uhr. Ich schrecke aus dem Schlaf und springe aus dem Bett. Wir schleichen zur Meditationshalle. Wir, das sind 24 verschlafene Gestalten. Eine viertel Stunde später sitze ich auf dem Meditationskissen. Über 10 Stunden Meditation täglich stehen für die nächsten 12 Tage auf dem Programm. Rechts von mir sitzt ein Mann Anfang vierzig. Er hat eine saftige Erkältung, die sich gut 5 Tage lang hinzieht. Und ich bin seine Zeugin. Sein Husten, sein Naseputzen, sein Schniefen, sein Atem, sein unterdrückter Husten. Dass alles erlebe ich hautnah mit.

Ich sitze da in bequemer Kleidung und richte mich auf dem Kissen für die erste Meditation ein. Um Punkt sechs ertönt der Gong zum ersten Mal. Ich fange an, meinen Atem zu beobachten. Ich beobachte, wie er kommt und wie er geht. Verliere mich. Hole mich wieder zurück. Das wird ein großer Bestandteil meiner Praxis sein in den nächsten Tagen.

Ich bin hergekommen, weil ich mich entfernen wollte vom Krach der Welt, mich alleine aushalten und dabei erfahren, dass Erkenntnisse und Tiefen, auch Untiefen auf mich warten und ein bewussterer Umgang mit ihnen mein Leben reicher machen werden. Ich bin aber auch hergekommen, weil ich mir selbst näherkommen möchte, um dadurch auch anderen Menschen näher zu kommen. Ich möchte mich selbst verstehen lernen, um auch anderen besser zu verstehen. Ich möchte Glückswellen erfahren, die mich mit mir selbst tiefer in Kontakt bringen, um auch mit dem Leben mehr in Kontakt zu kommen.

Nach vierzig Minuten ertönt der Gong zum zweiten Mal. Jetzt gibt es eine Gehmeditation, dann eine weitere Sitzmeditation. Dem folgt das Frühstück. Um 9.30 Uhr geht es weiter mit Sitzen, gehen, sitzen, gehen, sitzen, essen, schlafen, sitzen, gehen, sitzen und gehen.  Dann gibt es einen Vortrag und danach geht es wieder weiter, bis um 21 Uhr der Gong die letzte Meditation beendet und ich erschöpft in mein Bett falle.

In den kommenden 12 Tagen erlebe ich eine äußerst vielschichtige Palette von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Mit ihnen bin ich mal vollständig und mal gar nicht identifiziert. Dabei wollte ich doch einfach nur im reinen Gewahrsein sitzen! Ich wollte einfach nur dasitzen und in mir ruhen. Wunsch- und bewegungslos dasitzen. Gedankenlos. Nur sitzen. Nur da sein. Sein. Aber dieser Wunsch wird besonders in den ersten drei Tagen immer wieder unterbrochen von dem Gefühl, aufspringen zu wollen und wegzuzurennen. Zu sehr absorbieren mich der Husten, das Schniefen, das Naseputzen, das laute Atmen meines Nachbarn.

Ich versuche, bei mir zu bleiben und konzentriere mich auf mein Einatmen, auf mein Ausatmen. Mit strenger Achtsamkeit achte ich auf meine Nasenspitze und das, was ich dabei spüre, wenn der Atem in den Körper einströmt und ihn durch die Nasenlöcher wieder verlässt. Diese Übung verlangt von mir immer wieder eine hohe geistige Anstrengung. Ich scheitere an ihr alle drei, vier Sekunden. Ich scheitere, indem ich die Nasenspitze vergesse, das gleichmäßige Atmen, die Achtsamkeit. Ich scheitere, in dem ich abdrifte und mich in Gedanken verliere. Mal ist es der Gesang des Vogels, der ein willkommenes Sprungbrett in eine fantastische Welt darstellt. Mal ist es das achtsame Schritt-für-Schritt-gehen während der Gehmeditation, die die Grenzen auflöst zwischen mir und der Welt.

Jeden Tag lasse ich mich aufs Neue auf die Herausforderung ein, bewusst auf dem Kissen zu sitzen. Da zu sein, mit jeder Faser meines Körpers.  Von Moment zu Moment versuche ich, nicht ununterbrochen abwesend zu sein, nicht ununterbrochen mit meinem Kopf woanders zu sein als mit meinem Körper. Ich versuche es immer und immer wieder. Mal wird es mir in einem Bruchteil von Sekunden bewusst, dass ich schon wieder dabei bin, mich in eine der zahllosen Geschichten zu verwickeln, die aus meinen Gedanken entstehen. Mal bemerke ich es erst viele, viele Minuten später. Dann stelle mit Schrecken fest, dass ich nicht mit Kopf und Körper gleichermaßen auf dem Kissen da bin.  Bei allem ist das Kissen mein stummer Zeuge. Es urteilt nicht, verbannt mich nicht. Lässt mich einfach sein.

Nach ein paar Tagen wird es ruhiger in mir. Ich komme an. Und indem ich ankomme, wir mir wieder einmal bewusst, wie große meine Fähigkeit ist, mich aus der Wirklichkeit, aus dem Hier und Jetzt herauszukatapultieren. Dazu braucht es nur einen einzigen Gedanken.

Ich habe den tiefen Wunsch, mir selbst näher zu kommen. Ich möchte Herzkammern in mir entdecken, die mir bislang verschlossen waren. Solche, dir mir tiefes Urvertrauen aufzeigen, oder mir die bedingungslose Liebe offenbaren, oder mir irgendetwas Anderes von mir zeigen. Etwas, wonach ich mich bei anderen gesehnt habe und gerne in mir selbst finden möchte.

Zwischendurch habe ich aber das Gefühl, dass mir der lange Atem dafür fehlt, dieses Etwas zu finden. Ich fühle mich eingeengt. Die Regeln stören mich, der Gong macht mich zornig, die Struktur nimmt mir die Luft zu atmen, statt den inneren Raum weit werden zu lassen. Ich sehne mich nach der Erfahrung des „Offenen Raumes“, die der Seminarleiter verspricht, wenn wir uns nur entsprechend hingeben. Statt einer Öffnung erdrücken mich solche Versprechungen. Ich fühle mich manipuliert, habe das Gefühl, dass man mir vorgibt, in welche Richtung die Suche gehen soll. Ich möchte mich auf die Suche nach mir machen, ohne gleich von Ritualen und Regeln umzingelt oder erdrückt zu werden oder dem Druck, etwas Bestimmtes erfahren zu müssen.

Nach ein paar Tagen ist mein Nachbar wieder gesund. Nun ruht er wie eine Statue, wie ein Buddha. Wie elegant es aussieht, wie er da sitzt. So, als könne ihn für den Rest des Retreats nichts mehr aus der Ruhe bringen. Ich beneide ihn, weil auch ich gerne da sitzen würde wie ein Buddha. Stattdessen rutsche ich nach ein paar Stunden immer wieder auf meinem Kissen hin und her, in der Hoffnung, irgendwann die ideale Sitzposition gefunden zu haben, in der Hoffnung, dass der Gong wieder ertönt und ich raus kann in die Natur, wo die Sonne scheint und die Weite lockt.

Immer wieder nehme ich meinen Nachbar aus dem Augenwinkel wahr, wenn ich lange vor dem Ertönen des Gongs die Augen öffne. Er sieht so gelassen aus. Ein unruhiger Geist scheint ihn auch nicht zu quälen. Er sitzt so gelassen da, so als wäre er im Waffenstillstand mit der Welt. Es ist ihm wahrscheinlich in die Wiege gelegt worden, in sich zu ruhen und mit der Welt in Frieden zu sein. Ich muss mir den Frieden umständlich und mühsam auf dem Kissen erkämpfen. Das Kissen selbst wird zu einem stummem, geduldigen Zeuge all dessen.

Einige Teilnehmer strahlen nach einigen Tag etwas Schönes aus. Durch das stille Dasitzen wird überhaupt jeder hier im Raum für mich nach und nach attraktiver, liebenswerter, mir näher. Das klingt bizzar, aber diese Erfahrung zeigt im Laufe der Retreats immer in die gleiche Richtung. Und je länger die Teilnehmer sitzen, desto offener wirken sie auf mich. Auch ich selbst finde mich von Tag zu Tag liebenswerter. Komme mehr bei mir an. Kann mich sein lassen. Kann sein.

12 Tage später: Der Gong ertönt das letzte Mal. Ich atme aus und atme auf. Mein erstes Retreat geht zu Ende. Jetzt bin ich wieder frei. Kann gehen tun und lassen, was ich möchte und wann ich es möchte. Ich stehe auf und verneige mich vor meinem Kissen. Es war 12 Tage lang meine Anker, mein Ruhepol, mein Ort der Entspannung und der Offenbarung, mein Freund und mein Feind, mein stummer, nicht wertender Zeuge. 

Mittwoch, 26. September 2018

Mia ham's satt


Ich finde es wunderbar, dass die Münchner, die Zugreisten, Menschen aller Farben und Länder mehr und mehr auf die Straße gehen und ihren Unmut zum Ausdruck bringen. 
Aus diesem Grund unterstütze ich an dieser Stelle auch sehr gerne den Aufruf vom Tollwood-Festival, mitzumachen bei der Demo am 6.10.2018! 
Es wird Zeit, das wir aufstehen. Aufstehen gegen den Mietwahn, Verpestung, Gier usw.!! Zeit wird's. 
Hier gibt's noch weitere Infos und ein Link zur Website:

Bauernhöfe statt Agrarfabriken!
Natur statt Flächenfraß!
Saubere Luft statt Verkehrskollaps!


Mia ham’s satt! Für ein gutes Leben in Bayern und in der Welt!

Die bayerische Staatsregierung bestreitet den Wahlkampf mit populistischen Tönen, aber um die wahren Probleme kümmert sie sich nicht. Denn bei uns in Bayern…

… verschwindet unsere schöne Landschaft und mit ihr die Artenvielfalt unter Beton. Überall wird hemmungslos planiert und asphaltiert – ob für neue Logistikzentren, Autobahnen oder die dritte Startbahn am Flughafen München.

… verlieren Bäuerinnen und Bauern die Existenzgrundlage. Eine Agrarpolitik, die weiter auf Intensivierung und Billigproduktion für den Weltmarkt setzt, endet zwangsläufig in einer industriellen Landwirtschaft, mit Megaställen und Minimalstandards bei Tierschutz und Ökologie. Und gefährdet durch Import-Futtermittel und Exportorientierung die Existenzgrundlage von Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden.

… sterben die Insekten und Vögel. Die intensive Agrarproduktion treibt das Artensterben voran und belastet unsere Lebensmittel, unser Wasser, unsere Böden und die Luft mit immer mehr Pestizidrückständen.

… wird unsere saubere Atemluft mit Autoabgasen verpestet. Die Staatsregierung hofiert dabei die Automobilindustrie und verpasst die zukunftsweisende Förderung des Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehrs.

Das muss sich ändern! Eine Woche vor der Wahl, am 6. Oktober sorgen wir dafür, dass im Wahlkampf endlich über diese Probleme gesprochen wird. Keine Politik des Weiter so! Die nächste Regierung muss den Flächenfraß stoppen und die Agrar- und Verkehrswende einleiten – auch in Berlin und Brüssel.


Gehen auch Sie am 6. Oktober in München gemeinsam mit uns auf die Straße!

Alle Akteure der Zivilgesellschaft werden hör- und sichtbar sein. Bäuerinnen und Bauern, Verbraucher-, Umwelt- und Tierschützer/innen, Gärtner/innen, Imker/innen, Ärzt/innen, Künstler/innen und Entwicklungsorganisationen. Wir Bürger/innen Bayerns demonstrieren für eine ökologische, tiergerechte und bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen. Für saubere Luft, lebenswerte Städte und den Erhalt unserer wunderschönen, vielfältigen Kultur- und Naturlandschaft.


Wir sehen uns am 6. Oktober!



Dienstag, 18. September 2018

Yoga und Achtsamkeitstage im Schenna Resort Südtirol: 18.10. - 21.10.2018


Südtirol ist eine meiner Lieblingsgegenden auf diesem wunderschönen Planeten. Dort gibt es so viele wunderschöne Kraftorte, dass mir jedes Mal das Herz aufgeht, wenn ich dort sein kann.
Im Oktober ist es dann auch soweit. Dann werde ich im Schenna Resort Achtsamkeitstage halten. 




Achtsamkeit. Jenes Wort, was mittlerweile so überstrapaziert wird und in seiner Tiefe trotzdem häufig noch nicht richtig erfasst wird. Achtsamkeit öffnet das Herz. Es zeigt uns, dass alles miteinander verbunden ist. Es schenkt uns unwiederbringliche Momente in der Natur und mit uns selbst. Achtsamkeit macht uns auch wach. Präsent. Und offen.

Achtsamkeit fängt dort an, wo die Komfortzone aufhört. Denn es zeigt uns auch unsere Schattenseiten und macht uns bewusst, wo wir egoistisch und unachtsam sind.

Achtsamkeit verbindet uns mit dem Leben. Und deshalb liebe ich es so.

Lust, mit auf diese spannende Reise im wunderschönen Südtirol zu gehen?!

Hier ein paar Infos zum Programm.

Do. 18.10.18     20.30 Uhr Begrüßungsrunde mit Einführung in das Programm     der Yoga – und Achtsamkeitswoche

Fr. 19.10.18     07.30 Uhr Meditation
08.00 – 09.00 Uhr Achtsamkeitsyoga
17.00 – 18.00 Uhr Achtsamkeitsyoga
20.30 Uhr Buchvorlesung „Alles ist Yoga“

Sa. 20.10.18    07.30 Uhr Meditation
08.00 – 09.00 Uhr Achtsamkeitsyoga
17.00 - 18.00 Uhr Achtsamkeitsyoga 

So. 21.10.18  07.30 Uhr Meditation
08.00 – 09.00 Uhr Achtsamkeitsyoga

Weitere Infos unter: Schenna Resort

Montag, 3. September 2018

Trauma & Yoga - Unsichtbare Verletzungen heilen


In zwei Wochen (15. - 16. 09.) halte ich einen Workshop in Hamburg zum Thema Trauma & Yoga. Das Thema Trauma wird in meinen Augen eine immer wichtigere Stelle in der Gesellschaft einnehmen. Darum ist es gut, sich damit auszukennen.

Viele Betroffenen leben mit postraumatischen Belastungsstörungen, ohne zu wissen, dass sie traumatisiert sind und unter den Folgen leiden. Oder aber Verwandte sehen das Leid, erreichen den Betroffenen aber nicht.

Montag, 16. Juli 2018

Es einfach tun! Achtsam sein! Willkommen zu den Achtsamkeitstagen im Klosterhof vom 26.07. - 29.07.2018

Einatmen. Ausatmen. Das Gras unter den Füßen spüren. Die Sonne auf der Haut wahrnehmen. Den Moment genießen. Von Moment zu Moment. Und zwar im wunderschönen Klosterhof in Bayerisch Gmain.

Ich freue mich schon auf die nächste Woche. Dann bin ich wieder im Klosterhof. Seit Februar diesen Jahres gebe ich dort regelmäßig Achtsamkeitstage. Es ist eine wunderschöne Erfahrung, wenn sich die Gäste einlassen auf den jeweiligen Moment und ihm mit ungeteilter Achtsamkeit begegnen. Auf sich selbst. Auf den eigenen Körper. Auf die traumhafte Landschaft.

Es ist jedes Mal auch ein großes Geschenk, wenn ein Mann mich nach den Übungen anstrahlt und mir sagt: "Oh! Jetzt nehme ich mich zum ersten Mal seit langem ganz bewusst von Kopf bis Fuß wahr!" oder aber eine Frau merkt, wie wohltuend es ist, im Garten des Klosterhofes Barfuß Schritt für Schritt zu gehen und sich dabei ein Gefühl der tiefen Entspannung einstellt.

Ich mag die Achtsamkeitstage im Klosterhof auch deshalb so gerne, weil nicht nur das Haus selbst ein Kraftort ist, sondern es auch viele kleine und große Energieplätze in dieser Gegend gibt. Ja selbst der Dalai Lama bezeichnet den Untersberg, der ganz in der Nähe des Hotels liegt, als das Herzchakra der Erde.

Und überhaupt ist es immer wieder schön, Achtsamkeitstage zu geben, da immer mehr Menschen sich dafür öffnen. Ja, die Sehnsucht wieder langsamer zu werden und sich selbst zu spüren, ist größer geworden.

Vielleicht hast du ja auch Lust, an den Achtsamkeitstagen im Klosterhof teilzunehmen, dich inspirieren zu lassen, um dann die dort gewonnenen Impulse in den Alltag zu integrieren. Denn wir alle können achtsamer werden und unserem Leben wieder mehr Sinn geben. Der Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass nur wir selbst es tun können. Das heißt, nur wir selbst können aus dem Hamsterrad aussteigen, den Autopiloten ausschalten und uns auf das Meditationskissen setzen und uns dann endlich wieder spüren. Von Moment zu Moment. Von Atemzug zu Atemzug.

Beginn: Donnerstag 26.07. 2018 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr Einführung in die Achtsamkeitspraxis, achtsames Yoga Freitag 7.30 Uhr Stille Meditation 8.00 bis 9.00 Uhr Yoga, Atem- und Entspannungsübungen 17.00 bis 18.30 Uhr Atemübungen, Yoga Samstag 7.30 Uhr Stille Meditation 8.00 bis 9.00 Uhr  den Körper achtsam wecken 17.00 bis 18.30 Uhr Atemübungen, Yoga, BodyScan Sonntag 7.30 Uhr Stille Meditation - Gehmeditation

Weitere Infos und Anmeldung unter: www.klosterhof.de




Mittwoch, 4. Juli 2018

Faszienyoga im Hubertus Alpin Lodge & Spa. 08.07. - 11.07. 2018

Seit vielen Jahren organisiere ich für das Hubertus Alpin Lodge & Spa die Yogaretreats. Ab Sonntag ist Amiena Zylla dort und ich freue mich riesig darüber, sie für das Hubertus, meinem zweiten Zuhause gewinnen zu können! Amiena und ich kennen uns schon sehr lange und hier möchte ich sie gerne noch einmal vorstellen und Kurzentschlossene inspirieren, am Retreat mit Amiena teilzunehmen.
Amiena, du gehörst zu den bekanntesten Yogalehrerinnen Deutschlands. Yoga ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wie definierst Du Yoga?
Ich betrachte Yoga als einen Lieblingssong, bei dem wir nicht das Ende abwarten, sondern im Hier und Jetzt jeden einzelnen Ton, jede Phrase und jede Gänsehaut pur genießen. Der Song weckt in uns Emotion und, wenn das Leben es erfordert, auch Motivation. Oft holt er uns aus unserem Alltag heraus, hinein in eine andere Welt. Er begleitet uns ein Leben lang, durch Höhen und durch Tiefen. Er unterstützt uns dabei auf den Reset-Button zu drücken und wieder von vorne zu beginnen, ohne zurückzusehen. Und genau das kann dir auch mit Yoga passieren. Lässt du dich einmal drauf ein, so kann diese einzigartige Lehre dir sowohl auf geistiger als auch auf körperlicher Ebene ein Tor zu deinem inneren Meister öffnen und zu deinem neuen Lieblingslied werden. Yoga wird dir zeigen, wann der Punkt gekommen ist, mal auf Stopp zu drücken, wann es Zeit ist, vorwärts zu gehen, aber vor allem die Augenblicke der Gegenwart wahrzunehmen. Du wirst lernen deinen Körper zu spüren und ihn mit all seinen Grenzen zu lieben. Du wirst erleben wie der Geist zur Ruhe kommen kann und das ständige Geplappere im Kopf etwas leiser wird. Wir arbeiten viel zu oft auf die Zukunft hin, anstatt die Momente zu genießen und verpassen deshalb die schönsten Augenblicke des Lebens, weil wir keine Zeit für sie hatten.
Wie erklärst Du dir die Tendenz, dass immer mehr Menschen Yoga machen?
Uns wird immer mehr abverlangt. Die Welt dreht sich immer schneller und uns bleibt kaum Zeit einfach mal durchzuatmen. Wir vergessen dabei uns selbst Streicheleinheiten zu geben. Beim Yoga holen wir uns eine große Portion Streicheleinheiten und erfahren wie schön es ist, unser dunkles Kämmerchen zu verlassen und zwischenmenschliche Beziehungen wieder zu pflegen.
Kannst du kurz beschreiben, warum Yoga körperlich so entspannend wirkt und wie es sich genau bemerkbar macht?
Man begibt sich auf seine Yogamatte und beginnt seinen Körper und Atem zu spüren. Für diesen Augenblick bleibt die äußere Welt für einen Moment stehen und das Tor zu deiner inneren Welt öffnet sich. Im Yoga löst du dich von Prozessen und befreist dich von all den Einflüssen, die um dich herumschwirren und dich geistig beeinträchtigen. Es ist so, wie wenn du in einer Menschenmenge stehst – du hörst die anderen und Umgebungsgeräusche noch ganz. Doch mit jeder Yogahaltung, die du einnimmst, wird diese Umgebung leiser und schließlich wird sie zu einem Geräuschteppich, von dem du dich aber nicht mehr stören lässt.
Der Stress in der Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Glaubst Du, dass Yoga hier helfen kann, mental besser mit Stress umzugehen?
Das kann ich mit einem einfachen „Ja“ beantworten. Aber nur wenn wir verstehen Yoga für uns richtig einzusetzen, sodass es für uns passt und wir uns nicht wieder in den Teufelskreis des Ehrgeizes hineinsaugen lassen. Es geht nicht darum, nach dem nächsten Asana-Level zu streben, sondern unseren ganz eigenen Yogaweg zu finden und ihn genussvoll zu gehen.
Worauf können sich die Teilnehmer in deinem Kurs besonders freuen, bzw. was sind die Inhalte deines Kurses?
Mir ist die Freude am Yoga wichtig. In meinen Kursen sollen die Teilnehmer die Leichtigkeit des Seins erleben. Ohne Druck und ohne Alltagsschwere tanken wir beim Yoga Energie für unser Leben.
Vielen Dank für das Gespräch!
Lust dabei zu sein?! Hier geht's zur Anmeldung: https://www.hotel-hubertus.de/o-dynamisches-faszien-yoga-mit-amiena-zylla

Dienstag, 3. Juli 2018

Klangschalen: was für ein Geschenk für Körper und Geist!


Es gibt kaum einen Menschen, der nicht dahinschmilzt, wenn eine gute Klangschale angeschlagen wird. Woher sie stammen und das eine Klangschale nicht einfach eine Klangschale ist, erfährst du hier. 

Heute möchte ich gerne ein paar Fakten zum Thema Klangschalen mit euch teilen. Ich finde es bei allem immer spannend zu wissen, wo die Dinge, die uns so tief berühren ihre Wurzeln haben.  

Ihren Ursprung haben Klangschalen im ostasiatischen Raum: China, Japan und Burma. Ihre Vorläufer waren die sogenannten Standglocken. Das sind halbkugelige Bronzegefäße, die mit der Öffnung nach oben auf dem Boden standen und mit einem Holzklöppel angeschlagen wurden. Tempelglocken bilden eine Sonderform dieser Vorläufer, und blicken auf mehr als 5.000 Jahre Geschichte zurück. Sie ähneln unseren Kirchenglocken, die aber gut 1.500 Jahre jünger sind. 

Je nach Verbreitungsgebiet entstanden daraus verschiedene Klangschalenarten, wie wir sie heute kennen, unterscheiden sich allerdings je nach Qualität sehr im Klang- und Schwingungsverhalten. Die meisten Klangschalen, die heute in unseren Breitengraden erhältlich sind, aus Indien, Nepal, Tibet, Japan oder China.

Die ursprüngliche Verwendung der Bronzeschalen ist ebenfalls ungeklärt. Sicher aber ist, dass sie als Signalgeber und Alltagsgegenstände verwendet wurden. Dabei erfüllte sie gleich mehrere Aufgaben. Zum einen bewahrte man Speisen und Flüssigkeiten in ihnen auf und zum anderen wurden sie verwendet, um die Lebensmittel mit Mineralien wie Eisen oder Kupfer anzureichern. Hier finden sich parallelen zur Ernährungslehre des mehr als 5.000 Jahre alten Ayurveda oder der Alchemie. In Klöstern werden die Metallschalen auch als Opfergefäße verwendet. Auch Wandermönche verwendeten sie auf ihren Bettelgängen um darin Speisen entgegenzunehmen. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Klangschalen, sondern eher um einfache Metallschalen. 

Einige Formen der Klangschalen, so wie die japanischen Klangschalen, dienten auch seit jeher als Musikinstrumente oder finden im traditionellen Zen-Buddhismus Anwendung. Belege über die rituelle Verwendung von Klangschalen oder den Gebrauch im Heilswesen gibt es allerdings nicht. Entsprechende Geschichten basieren meist auf Legenden, Sagen oder Mythen. 

In jüngerer Zeit werden sie auch oft von findigen Werbeleuten kreiert, um das Interesse der Kunden zu wecken und die Verkaufszahlen zu steigern. Doch selbst wenn es einen geheimen Gebrauch der Klangschalen im Rahmen von Tranceritualen oder Heilungszeremonien gegeben haben sollte, so hat dieser sicher nichts mit der Klangmassage oder Klangtherapie zu tun, wie wir sie heute hier im Westen kennen. Die Klangmassage, bei der Klangschalen auf und um den bekleideten Körper positionier und angeklungen werden, wurde erst von Peter Hess entwickelt. Er machte 1984 in Nepal tiefgreifende Erfahrungen in Nepal und entwickelte danach für die Menschen im Westen unterschiedlichste Methoden. 

Klangschalen erobern den Westen

Im Westen verbreiteten sich Klangschalen durch die Hippie-Bewegung Ende der 1960er Jahre. Viele Menschen reisten nach Indien und Nepal und suchten dort nach tiefen spirituellen Erfahrungen und begegneten auf ihrem Weg den „singenden Schalen“. Sie waren tief berührt von den Klängen, die sie in tranceähnliche Zustände führten, in denen sie bewusstseinserweiternde Erfahrungen machten und ihrem Wesenskern näherkamen oder ihn sogar unmittelbar erfuhren. 

Viele brachten Klangschalen von ihrer Reise mit nach Hause zurück und vermittelten den Menschen im Westen ein ganz neues Verständnis von Musik und Klang. Besonders beeindruckend sind die Zeugnisse von Joachim-Ernst Berendt (1922-2000). Mit seiner Hörsoiree „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ und seinen Büchern begeisterte er ein großes Publikum. Auch heute noch zählt sein Werk Nada Brahma in meinen Augen zu den Grundlagenwerken, wenn es um ein tiefes spirituelles Verständnis von Klang und Musik geht. 

Ein anderer Pionier für die Klangarbeit war der französische HNO-Arzt und Wissenschaftler Alfred Tomatis (1920-2001), der sich der Erforschung der engen Verbindung von Stimme, Gehirn und Ohr verschrieben hatte und Bücher wie „Der Klang des Universums“ oder „Klangwelt Mutterleib“ veröffentlichte. Wie bereits erwähnt, entwickelte Peter Hess 1984 die Klangmassage mit Klangschalen – eine ganzheitliche Entspannungsmethode. Im Laufe von mehr als 30 Jahren entstanden darauf aufbauend zahlreiche Klangmethoden, die einen gezielten Einsatz der Klänge von Klangschalen und Gongs in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern von Wellness und Prävention, Pädagogik und Beratung, Coaching und Therapie sowie in Heil- und Heilfachberufen darstellen. Die Faszination für das Phänomen „Obertöne“ findet sich seit dieser Zeit auch in verschiedenen therapeutischen Ansätzen. 

Verschiedene Klangschalenarten

Mit dem zunehmenden Interesse an den klingenden Bronzeschalen entwickelte sich auch ein immer größerer Markt für Klangschalen unterschiedlichster Form, Größe sowie Klang- und Schwingungsqualität. Nur wenige dieser Instrumente sind für die Arbeit mit Klangschalen am Körper – wie zum Beispiel auch dem KlangYoga - geeignet. 

Grundsätzlich ist hinsichtlich der Klangschalenart zwischen Schalen zu unterscheiden, die gegossen werden und solchen, die nach traditioneller Weise geschmiedet werden. Bei allen Klangschalenarten besteht das Rohmaterial aus einer mehr oder weniger hochwertigen Bronzelegierung, die aus 5-12 verschiedenen Metallen besteht, wobei Zinn und Kupfer den Hauptteil der Legierung bilden. 

Die am weitesten verbreitete Klangschalenart, auch als Klassische Klangschale bezeichnet, ist die sogenannte Tibetische Klangschale. Der Name ist jedoch irreführend, da diese Schalen normalerweise in Indien oder Nepal gefertigt werden. Diese Klangschalen auch für Peter Hess und seine Therapieklangschale ein Vorbild. Sie zeichnet sich durch eine typisch ausladende Form aus. Es gibt sie in unterschiedlichsten Größen bis etwa 4 kg. Die Randstärke kann dabei variieren, typisch hingegen sind die Spuren von Hammerschlägen auf der Oberfläche. Charakteristisch ist ihr obertonreicher Klang, der sphärisch anmutet.  


Die verschiedenen Arten unterscheiden sich in Klang- und Schwingungsqualität enorm voneinander. Für Klangübungen auf dem Körper ist eigentlich nur die Klassische Klangschale zu empfehlen und auch hier gibt es leider inzwischen nur noch wenige Exemplare, die klanglich und vor allem in Hinblick auf ihr Schwingungsverhalten wirklich für die Körperarbeit geeignet sind. Besonders empfehlenswert finde ich die Klangschalen von Peter Hess. Ich arbeite seit einigen Jahren mit ihnen und habe das Gefühl, sie berühren mein Herz und all die Zellen meines Körpers unmittelbar.


Mehr Informationen zu den Klangschalen von Peter Hess findest Du auf: 
www.peter-hess-klangdesign.de und 

Hier noch ein Buchtipp zum Thema Klangyoga: 


Dienstag, 15. Mai 2018

Lust auf Sonne, Meer und sanftes Yoga. Von Moment zu Moment entspannen in Griechenland. 16.06. - 23.06.2018


Wie kann ein entspannter Tag besser beginnen als mit ein paar sanften Yogaübungen in der angenehmen griechischen Morgensonne. So können Körper und Geist ideal in den Tag starten und bewusst von Augenblick zu Augenblick, von Atemzug zu Atemzug die Schönheit aller Eindrücke wahrnehmen. 

Ich war bereits mehrfach mit einem Kurs im Ilios-Center und freue mich jetzt schon wieder sehr darauf, dort einen Kurs geben zu dürfen.

Die Anlage ist wunderschön gelegen und abseits der touristischen Regionen. Das Center bietet perfekte Bedingungen für eine entspannte, genussvolle und achtsame Auszeit. 

Die Paraskevi-Bucht ist nur wenige Gehminuten entfernt und überzeugt mit Idylle, Strand und türkisblauem Meer. Ich habe mich vom ersten Moment an wohlgefühlt und erinnere mich gerne an die stimmungsvollen Sonnenuntergänge. An diesem Ort kann die Seele baumeln und Kraft tanken. Hier kann die heilsame Luft des Meeres mit tiefen Atemzügen in die Lungen strömen und das Herz öffnen. Hier kann die Schönheit des Ortes mit all seinen Düften und Farben genossen werden.

Kontakt zur eigenen Mitte aufnehmen

Im Fokus dieses Yoga-Urlaubs stehen die Teilnehmer und ihre Erholung. Leichte Yin-Yoga-Übungen helfen dabei, Anspannungen und Verkrampfungen zu lösen. Meditation und Yoga haben die Kraft, uns zu uns selbst zu bringen. Uns selbst wieder wahrzunehmen. Und die eigene Stimme wieder zu hören und hoffentlich dann auch darauf zu hören. 

Manchmal bringen wir Fragen mit auf unsere Reisen, die wir gerne beantwortet hätten. Die Kombination aus Yoga-, Atem- und Meditationsübungen bringen uns in Kontakt mit einer tieferen Ebene unseres Inneren und liefern uns Antworten auf eben diese Fragen. Natürlich sind diese manchmal ganz anders als das, was wir gerne hören würden. 

Gibst Du dir Zeit, Raum und Ruhe, dann kann es tatsächlich gelingen, elementare Antworten auf die Fragen des Lebens und unserer individuellen Bestimmung zu finden, um klar und gestärkt in den Alltag zurückzukehren. 

Vielfältiges Erholungsangebot

Neben dem Yoga- und Meditationsangebot bietet das Ilios-Center auch die Möglichkeit, unser Inneres auf andere Weise auszudrücken und zu erleben. Die Gäste können beim Malen die Kreativität fließen lassen. Das kleine Atelier ist wunderschön und sehr inspirierend! Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit zu ausgedehnten Wanderungen im Epirius-Gebirge, um sich selbst zu begegnen. Alles ist erlaubt, was Entspannung und Erholung verschafft. Meine Vorfreude auf diese Reise wächst von Tag zu Tag und ich reise nach Griechenland mit der Gewissheit, allen Teilnehmer eine entspannte, inspirierende und erholsame Erfahrung bieten zu können.

Weitere Infos findest Du bei Neue Wege Reisen: Info und Anmeldung

Montag, 14. Mai 2018

Alles ist mit allem verbunden


Immer mehr Menschen fühlen sich einsam. Wenn wir jedoch die Achtsamkeit umlenken und unser Herz öffnen, dann erkennen wir, dass kein Mensch eine Insel ist und wir alle verbunden sind.

Kennst Du solche Momente: Du denkst an eine Freundin, die Du schon lange nicht mehr gesprochen hast – und plötzlich klingelt das Telefon und sie ist am Apparat. Oder Du träumst davon, dass dein Onkel stirbt und am nächsten Morgen erhältst Du einen Anruf deiner Mutter, indem sie Dir deinen Traum bestätigst.

Ich selbst kenne diese Augenblicke und manchmal erschrecken sie mich. Es ist dieser Moment, in dem ich erkenne, dass es so viel mehr gibt als das, was ich mit dem Auge sehe. Auf der anderen Seite finde ich es sehr schön und ich lerne nach und nach immer mehr in dieses Gefühl von Verbundenheit zu vertrauen.

Dieses Gefühl der Verbundenheit stellt sich aber nicht nur ein, wenn ich an Menschen denke, die ich liebe oder die mir freundschaftlich oder verwandtschaftlich nahestehen. Ich kann es auch mit all jenen herstellen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Dazu braucht es nicht viel. Es reicht schon, wenn ich auf meinen Laptop schaue, auf dem ich gerade diesen Text schreibe. Wenn ich mein Herz dafür öffne, wie viele Menschen daran beteiligt waren, dass ich jetzt auf diesem Laptop schreiben kann, dann sind dies unendliche Dimensionen: Der Mensch, der den ersten PC entworfen hat; all jene Menschen, die den Computer weiterentwickelt haben bis hin zu der Form, wie er jetzt vor mir steht. Waren es 10.000 Menschen? 100.000 Menschen? 1 Millionen? Ich rede jetzt aber gerade nur von der Hardware. Es geht noch weiter: Die Computerprogramme, der Strom der dazu nötig ist, der Tisch auf dem der Laptop steht … Ich könnte diese Aufzählung also bis ins Unendliche fortführen. Denn ohne all diese Menschen wäre das Leben – auch wenn es viele Herausforderungen mit sich bringt – so nicht möglich!

Wenn ich mein Herz für diese Menschen öffne, erkenne ich noch etwas. Sie und ich sind auf einer Ebene alle gleich sind: wir alle wollen glücklich sein. Wir alle wollen geliebt werden. Wir alle möchten die Liebe, die wir in uns haben mit einem Menschen teilen. Wenn ich mich dafür öffne, das kann ich förmlich spüren, wie etwas in mir weicher und offener wird.

 Verbundenheit statt Isolation kultivieren

Auch wenn wir uns heute alle als sehr unabhängig und selbstständig bezeichnen, so sind wir doch voneinander abhängig. Und das viel mehr als uns bewusst ist. Ein anderes Beispiel: Ich habe heute schon ein köstliches Frühstück zu mir genommen: ayurvedischer Brei, Mandelmilich, grüner Tee, frisches Obst. Was für ein Geschenk. Auch hier bin ich mit so vielen Menschen verbunden, die dazu beigetragen haben, dass es mir an einem kalten Wintertag möglich ist, so gut zu frühstücken: Die Obstbauern, die Getreideanbauer und die Teebauer. Die Hersteller dieser Produkte. Die Bauunternehmen die dafür gesorgt haben, dass die ganzen Lebensmittel trocken gelagert werden konnten. Die Fahrzeughersteller, die dafür gesorgt haben, dass diese Lebensmittel von A nach B transportiert wurden. Die Autobahnbauer. Der Tankwart. Der Bioladen, der gebaut werden musste. Der Besitzer des Ladens, der sich getraut hat einen Bioladen zu eröffnen..

Du siehst, auch hier könnte ich die Kette unendlich lang werden lassen.

Ich selbst bin immer wieder zutiefst berührt, wenn mir diese Verbindung bewusst wird. Und mir wird in solchen Momenten auch wieder bewusst wie wichtig es für uns alle ist, sich dieser Verbindung bewusst zu werden.

Nicht umsonst stehen im Yogasutra die Yamas, ein heilvoller und bewusster Umgang mit anderen Wesen an erster Stelle auf der spirituellen Leiter. Bewusstheit macht deutlich, dass wir einander brauchen und uns dementsprechend mit mehr Respekt, mehr Würde und mehr Achtung behandeln sollten. Aber auch mit mehr Dankbarkeit und Wertschätzung miteinander umgehen sollten.  Ein zweiter Aspekt ist, dass das Wissen um die Verbindung vor dem Gefühl der Einsamkeit schützt. Wie viele Menschen sind in Facebook, weil sie die Einsamkeit in der realen Welt nicht mehr ertragen und sich in einen virtuellen Freundeskreis flüchten. Aber macht der auf Dauer nicht noch einsamer, weil wir dann, wenn wir unser Handy ausmachen, wir wieder alleine sind.

Verbundenheit leben

Also geht es wie auch in der Yogapraxis auf der Matte um folgende Devise: 1 g Praxis ist mehr als eine Tonne Theorie. Überlege Dir, wo Du mehr reale Verbundenheit in dein Leben bringen könntest? Wie wäre es in diesen Tagen, in denen die Grippe wütet, mal für die kranke Nachbarin einzukaufen – die Dir emotional nicht so nahe steht - oder ihr möglicherweise sogar eine stärkende Suppe zu kochen? Vielleicht gibt es auch jemanden in deinem Leben, der alleine lebt und sich darüber freuen würde, wenn du ihn zum Essen einladen würdest. Kein großes Festessen, sondern ein ganz normales Mittagessen. Ganz unprätentiös. Bedingungslos. Erwartungslos. Oder wie wäre es, wenn Du der Kassiererin im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Kino einmal ganz bewusst in die Augen schauen würdest und dich bei ihr dafür bedanken würdest, dass sie diese Arbeit macht. Einfach so. Aus ganzem Herzen. Das Strahlen in ihren Augen würde dich wahrscheinlich wahrscheinlich tiefer und unmittelbarer berühren als 20 likes auf facebook.

Verbundenheit beginnt dort, wo Bequemlichkeit aufhört. Es fordert uns auf, nachzudenken, das Herz zu öffnen und nicht mehr nur noch um uns selbst zu kreisen. Aber die Erfahrungen, die wir beim Blick in andere Augen oder Herzen machen, sind viel schöner und führen uns dann auch wieder mitten ins Herz des Yoga. Dem Wissen, dass es letztendlich kein Ich und kein Du gibt, sondern wir auf einer noch tieferen Ebene nicht nur miteinander verbunden sind, sondern alle eins sind.

Mittwoch, 18. April 2018

Entscheide Dich für Dich und schließe endlich Frieden mit Dir!

Kennst Du das? Du tust dein Bestes, ja wirklich dein allerbestes. Und trotzdem gibt es in dir  eine Stimme, die ist niemals wirklich zufrieden mit dem, was Du tust. Egal wie sehr Du dich auch bemühst. Egal, wie einzigartig das ist, was Du leistest. Immer meckert sie an Dir herum. Immer findet sie etwas, was hätte besser, schöner, perfekter sein können. 

Es ist die Stimme unseres eigenen, inneren Kritikers, die wir irgendwann in unserem Leben - meinst in jungen Jahren - installiert haben - und die uns seit Kindertagen traktiert.

Rund um die Uhr flüstert sich uns subtil, hinterhältig und meist sehr verletzend ins Ohr , was an uns nicht gut genug ist, um so wie wir sind, in dieser Welt sein zu dürfen. Einfach nur so. Einfach sein.

Die Wunden heilen
Wenn wir die Wunden heilen möchten, die dieser innere Kritiker verursacht und der Welt mit einem offenen Herzen begegnen wollen, müssen wir den Krieg in uns selbst beenden. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan. Vielleicht ist dies sogar die größte Herausforderung unseres Lebens. Den Kritiker zu befrieden und zu lernen, unser eigenes Sein anzunehmen und uns so zu lieben wie wir sind, zählt für uns alle zu den größten Aufgaben unseres Lebens.

Wie aber finden wir zu unserem Herzen, wenn sich uns ein erbarmungsloser innerer Kritiker in den Weg stellt? Wie gelingt uns die Transformation vom inneren Kritiker zum besten Freund? 
Das neue Buch des erfahrenen Meditationslehrers und Therapeuten Mark Coleman kann uns dabei unterstützen, diesen Krieg zu beenden. Dieses Buch ist eine lebendige, wertvolle und einzigartige Mischung aus praktischer Hilfestellung, angereichert mit spannenden persönlichen Geschichten, wissenschaftlichen Grundlagen und spirituelle Einsichten. Es ist wie eine Landkarte, dass uns wie ein Wegweiser durch den Dschungel und das Dickicht unserer eigenen Innenwelt dient und uns zeigt, wo der innere Kritiker wohnt. Aber nicht nur das. Es zeigt uns auch, was ihn stärkt, was ihn schwächt und wie wir liebevoll, bestimmt und wirksam mit ihm arbeiten können, damit er nicht länger so viel Leid verursacht. 
Coleman hat auf einzigartige Weise in diesem Buch das Wissen alter Weisheitstraditionen, zeitgenössischer Errungenschaften der Psychologie und vielen anderen Quellen vereint und auf gut 250 Seiten zusammengefasst. In 5 Teilen vermittelt er aus diesen Strängen einen alltagstauglichen und sehr pragmatischen Ansatz, um inneren Frieden möglich zu machen. 
In Teil 1 wird das Wesen und die Vorherrschaft des inneren Kritikers untersucht und erklärt, wie er uns den Frieden raubt. Mitfühlend, klar und leicht verständlich erklärt Coleman den Ursprung des Kritikers, seine Aufgabe und seine Perspektive.  
Teil 2 wirft einen Blick darauf, was der Kritiker tut – was er sagt, wie er es sagt, und wieso er genau weiß, was er zu tun hat, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen und jedes Gefühl von Zufriedenheit zu sabotieren. 
Teil 3 und 4 zeigen uns, wie wir dem Kritiker mit Achtsamkeit begegnen und wie die Kraft der Liebe uns darin unterstützen kann, wie wir uns mit uns selbst anfreunden können. Und zwar auch mit dem furchtsamen, kritischen Teil unseres Geistes, der unentwegt über uns urteilt. Coleman erklärt, wie wir uns die Kraft der Liebe nutzbar machen können, um uns selbst mit mehr Respekt und Anteilnahme zu behandeln.  
Teil 5 konzentriert sich schließlich auf ein Leben jenseits des Kritikers und damit auf den Frieden, denn wir erlangen können, wenn wir seinen negativen Einfluss hinter uns lassen. 
Coleman gibt uns mit diesem Buch einen hilfreichen Werkzeugkasten an die Hand, mit dem wir uns von den zerstörerischen Urteilen des Kritikers befreien und ihren Einfluss auf unser Leben minimieren können. Dieses Buch kann uns nicht nur darin unterstützen, Frieden mit uns selbst zu schließen, sondern es kann zu einem äußert wertvollen Begleiter in die eigene innere Freiheit werden.
Weitere Infos zum Buch
Mark Coleman: Schließe Frieden mit Dir selbst. Wie wir uns mit Achtsamkeit und Mitgefühl vom inneren Kritiker befreien können. Arbor Verlag 2018, ISBN: 9783867-811996, 19,90 EURO
Zu bestellen unter: arbor verlag